Ursprünglich war die Frage:
"Was dürfen wir überhaupt noch Essen ? (Gelatine,tierische Fette,E47x) Wie und wo können wir noch einkaufen?"
Jedoch ergab sich dann ein nicht minder interessantes Thema was ich hier zeigen möchte.
Dieses entstand durch den Email Verkehr zwischen mir (Ayhan Karaca) und Frau Johanna Berger.
Fr. Berger schrieb:
Guten Tag,
ich habe Ihre interessante Frage bei VIKZ vom 7. Februar gelesen:
"Was dürfen wir überhaupt noch Essen ? (Gelatine,tierische Fette,E47x) Wie und wo
können wir noch einkaufen?"
Für einen wichtigen Teilbereich habe ich neulich eine Antwort gefunden; sie stammt von
einem darauf spezialisierten Arzt. Ich kopiere sie hierher:
>> Der verschwiegene Aspekt:
Die Streßhormone / von Dr. med. Werner Hartinger
Ebenso wie der Mensch produzieren auch alle Wirbeltiere bei großen körperlichen Anstrengungen, bei starken Schmerzen, bei Angst und bei Schädigungen des Körpers sogenannte Streß-Hormone. Besonders bei Todesangst - die bei Tieren in Unkenntnis der Schmerz-Ursachen und seiner Dauer in Verbindung mit den äußeren Umständen immer eintritt - und in stärksten Maße während des Todeskampfes reichern sie sich in großen Mengen an. Infolge des eingetretenen Todes können sie aber nicht mehr abgebaut werden und gelangen beim Verzehr in den Kreislauf des Menschen.
Dabei handelt es sich vorwiegend um Adrenaline, Apomorphine und um Histamine, die so neben anderen, der Fütterung beigegebenen Pharmazeutika im Tier verbleiben wie Wachstums-Hormone, Hydrocortisone, Stilbene, Betablockern, Antibiotika, Östrogene, Chemo-Vitamine und viele Arten von Beruhigungsmitteln.
Laut dem Roch-Medizin-Lexikon ist Adrenalin (Epinephirn) ein Nebennieren-Hormon, das in seiner natürlichen linksdrehenden Form die Leitfähigkeit des Nervensystems bestimmt und damit die gesamte Funktionalität des biologischen Organismus. In krankhafter Weise tritt es im Zusammenhang mit Tumor - Erkrankungen auf. In den Körper gelangt, führt es zu starkem Blutdruckanstieg, zur Kontraktur der peripheren Blutgefäße mit allen Begleiterscheinungen, zu pathologischer Steigerung des Herz - Minutenvolumens und zu wesentlichen Veränderungen der normalen Hormon- und Kreislaufverhältnisse, weswegen auch aus diesem Grund tierexperimentelle Ergebnisse unverwertbar sind.
Die gleichen Wirkungen haben auch alle anderen adrogenen Hormone. Der erhöhte Adrenalin - Level bewirkt im Erwachsenenalter beim Manne eine Feminisierung mit entsprechender Körpersymptomatik und bei der Frau eine Virilisierung der Stimme, des Haarwuchses und der Muskulatur. Vor der Pubertät entsteht bei Mädchen ein Pseudo-Hermaphroditismus mit Amenorrhoe und fehlender Brustentwicklung, beim Knaben zum Hypogonadismus mit frühem Wachstumsstop der Glieder.
Apomorphin wird als Morphin-Abkömmling identifiziert, das dämpfend auf das Atemzentrum wirkt, das Brechzentrum im Gehirn anregt und die Muskulatur extrem entkräftet bis lähmt. Bei hohen Dosen führt es zu Kopfschmerzen, Erbrechen, Sehbehinderung durch Engstellung der Pupillen, Harn- und Stuhlverhaltung sowie Somnambulismus bis zur Bewusstlosigkeit, unregelmäßige und unzureichende Atmung, Kreislauf-Kollaps, Koma und evtl. Tod durch Atemlähmung. Vergleichbare Wirkungen sind von allen Morphin-Substanzen bekannt, und Histamin , das in die Gruppe der Ergotamine eingereiht wird, ist ein weit im Körper verbreitetes Gewebs-Hormon. In seiner inaktiven Form an Heparin gebunden, wird es vorwiegend in den weißen Blutkörperchen gespeichert, in der Lunge, in der Haut, im Magen-Darm-Trakt, im Gehirn, im Liquor, im Speichel und ebenso im Blut.
Auch hier ist ein gesteigertes Vorkommen bei Karzinom-Tumoren bekannt und wird als "Karznoid-Syndrom" bezeichnet. Es entsteht ebenso in großen Mengen bei Gewebszerstörungen, bei Strahlenschädigungen, bei Verbrennungen und bei körperlicher Belastung, wobei es alle Formen der Allergie hervorruft. Normalerweise wird es beim Wegfall der Entstehungsursachen langsam abgebaut, was aber meist der eingetretene Tod verhindert.
Alle Histamine und Ergamine sind bei fehlendem chemisch-physikalischem Nachweis von Unterschieden ihres Strukturaufbaues streng art- und individualspezifisch, weshalb sie in artfremden Lebewesen häufig zu akuter oder chronisch-allergischer Krankheits-Symptomatik führen. Diese Formen reichen von Herz-Rhythmusstörungen über Kopfschmerzen und Blutdruckerhöhungen, zu Hautreaktionen und auch Kreislaufschwäche bis zum Kollaps, sowie zum allergischen Schock mit gelegentlicher Todesfolge. Das soll nicht heißen, daß in jedem Fall solche Folgen klinisch erkennbar gleich auftreten, denn das hängt sowohl von der aufgenommenen Menge der Fremdhormone ab als auch von der jeweiligen Allergie-Disposition des Menschen.
Die vielfältige Krankheits-Symptomatik belegt aber, daß bei ständiger Aufnahme solcher Fremdstoffe toxische Einwirkungen im Körper entstehen, auch ohne sofort erkennbare akute Krankheitsanzeichen. Ob und wann diese sich zu einem diagnostizierbaren Krankheitsbild entwickeln, hängt auch von diesen individuellen Faktoren ab.
Darüber hinaus ist nicht bekannt, wie diese Adrenaline, Morphine und Histamine sich zu den noch vorhandenen genannten chemisch-pharmazeutischen Futterbeimengungen verhalten, welche Interaktionen sie mit diesen eingehen und welche metabolischen Abbauprodukte mit den das Wachstum der Tiere in unnatürlicher Weise beschleunigenden Pharmaka entstehen - unabhängig von den mikrobakteriellen und viralen Verseuchungen des tierischen Fleisches.
Solche bekannten Umstände einer gesundheitsbeeinträchtigenden Nahrung belegen die menschliche Verpflichtung zu einem bestmöglichen schonenden Umgang mit den Tieren, nicht nur aus tierschützerischen Gründen.
Wenn man schon glaubt, Tiere zu Ernährungszwecken schlachten zu müssen, muß die Tötung unerläßlicherweise absolut angst- und schmerzfrei erfolgen. Andernfalls findet sich im Fleisch der Tiere eine übernormale Konzentration der für den Menschen schädlichen und krankheitserregenden Streßhormone neben den jederzeit nachweisbaren ebenfalls gesundheitsschädigenden chemisch-pharmazeutischen Beimengungen im Mastfutter.
Dies ist deshalb für alle von grundsätzlicher Bedeutung, weil die jüdisch-orthodoxen Schächtbefürworter als Forderer eines qualvollen Schächtablaufes, ja nur einen kleinen Teil der Schlachttiere selber essen. Das sind 15 - 20% des Schlachtgewichtes, während der Rest des Tieres ungekennzeichnet in den allgemeinen Fleischhandel gelangt und angeboten wird. Die geforderte Kennzeichnung des Fleisches der nach dem jüdischen Ritus unbetäubt geschächteten Tiere wurde abgelehnt. Hingewiesen wird nicht zuletzt auch auf islamische Schächtbefürworter und die unzähligen "Döner-Verkaufsstände" deren Fleisch in Bezug auf Herkunft und Schlachtung oft nicht verifizierbar ist. Eine Kennzeichnungspflicht kann es in diesem Fall nicht geben, da das betäubungslose Schlachten in Deutschland für Mitbürger islamischen Glaubens, laut Gesetzgebung, nicht existent sein dürfte.
Dr. med. Werner Hartinger D-79761 Waldshut-Tiengen <<
Ich hoffe, daß diese Information hilft, Gesundheitsgefahren beim Essen zu vermeiden.
Mit freundlichen Grüßen,
Johanna Berger
Ayhan Karaca schrieb:
Guten Tag,
vielen dank für die Info. Aus diesem Blickwinkel hatte ich das noch nie gesehen.
Im Islam muß das geschlachtete Tier ausbluten, was ist dann mit den Hormonen usw., sind
diese dann weg ?
Das Blut wird nicht verwertet.
Außerdem soll das Tier gut behandelt werden, und mit einem Schnitt durch Luftröhre und
Schlagader gleichzeitig geschlachtet werden.
Gruß,
Ayhan Karaca
Lieber Herr Karaca,
als erstes: Gratulation zu Ihrer Homepage! Sie ist äußerst professionell und interessant gestaltet; sobald ich etwas mehr Zeit habe, werde ich dort bestimmt noch genauer hineinschauen. Über die Links zur Deutschen Gesellschaft für Ernährung und zu Veganissimo habe ich mich sehr gefreut. Schöne vegetarische Rezepte gibt es auch bei http.//www.reformhaus.de,
http://www.reformhauskurier.de, http://www.peta.de/pn/pnrec.html .Die Sache mit den Gewebs-Hormonen (wie z.B. Histamin) ist die, daß sie eben nicht nur in den Körperflüssigkeiten (z.B. Blut) bleiben, sondern ins Körpergewebe eingelagert werden. Daher ist das Ausbluten kein Schutz gegen die Aufnahme dieser Substanzen beim Fleischverzehr. Von zunehmend mehr höchsten islamischen Instanzen wird ja auch der Elektroschock vor dem Schlachten gutgeheißen, um dem Tier das Empfinden des Schmerzes zu nehmen, den es andernfalls in hohem Maße und während einer doch sehr erheblichen Zeitdauer erleidet. Und auch für die Gesundheit der Menschen, die Fleisch essen, ist die Betäubung durch Elektroschock ein Schutz.
Einige dieser wichtigen Zeugnisse kopiere ich hierher:
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Im 1989 erschienen Buch "Animals in Islam" schreibt der Ex-Iman, der Shah Jehan Moschee in Wokin (U.K.), Al-Hafiz Basheer Ahmad Masri, im Kapitel über die moslemische Methode des Schlachtens ("DHABH") zusammenfassend:
"Nach dem Lesen diese Buches sollte niemand mehr im Zweifel darüber sein, dass die modernen Vorrichtungen und Schlachttechniken, einschliesslich der Betäubungsapparate, die normale Ausblutung nicht behindern, das ist die wichtigste Bedingung in den islamischen Schlachtvorschriften (Tadhkiyyah).
Zugleich verringern sie den Schmerz und das Leiden der Tiere. Im Geiste der islamischen Lehre ist die Anwendung solcher Mittel und Techniken nicht einfach eine Frage des persönlichen Ermessens. Sie ist vielmehr für die Muslime ein moralisches Gebot und eine religiöse Verpflichtung. Ihre Anwendung zu verweigern und nicht den Tieren dadurch vermeidbare Schmerzen zu ersparen, ist ohne Zweifel eine Unterlassungssünde."
(Mitgeteilt von Sylvia Laver, 8400 Winterthur, Schweiz
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Zum Thema "Schächten" nach islamischer Vorschrift
Als gläubige Muslime müssen wir uns immer wieder fragen, wie wir die Sunna (Vorbild des Propheten) in der heutigen Zeit leben sollen und können, um einerseits den Kern unseres Glaubens und Allahs Gebote zu befolgen - und andererseits die Anpassungen an das Hier und Jetzt zu leisten. In vielen Dingen ist dies den meisten von uns auch gelungen, Hamdülillah.
Wir lassen unsere Söhne bei der Beschneidung narkotisieren, weil dies eine Verminderung von Angst, Schmerz und Infektionsrisiko bedeutet, und wir sind dankbar dafür. Wir fliegen mit dem Flugzeug nach Mekka, weil eine im ursprünglichen Sinn durchgeführte Pilgerfahrt sonst für die meisten von uns zu beschwerlich wäre - und sind dankbar dafür. Wir können infolge Arbeitssituation und Umwelt oft nicht jedes Gebet zur vorgeschriebenen Zeit
verrichten und holen dies abends nach - und wir hoffen, dass Allah die Gebete annimmt.
Wenn ich ans Schächten denke, stelle ich mir Prophet Muhammad (s.s.a.) vor, hier und jetzt, und ich denke an sein Beispiel im Umgang mit Tieren, für das genug Ueberlieferungen vorhanden sind. Ich denke an den meistgesprochenen Namen Gottes (der Barmherzige) und dann verstehe ich nicht mehr, weshalb man den Tieren diese Anpassung an die heutige Zeit, die Verminderung von Angst und Schmerz verweigert! Wo es heute doch möglich ist, auch ihnen vor dem Töten eine Betäubung zu verabreichen und kein Grund zu einer unnötigen Grausamkeit besteht.
Der Kern des Schächt-Gebotes besteht doch erstens in der inneren Sammlung des handelnden Menschen (ausgedrückt in der Basmallah). Und zweitens im Ausbluten des Tieres (was auch bei den ausserislamischen Schlachtmethoden befolgt wird), Sunna ist weiter, dass dem Tier zuvor genügend Essen und Trinken und ein bequemes Lager geboten wird und dass es nicht vor den Augen anderer getötet wird. Was würde Prophet Muhammad (s.s.a.) dazu sagen, wenn er sähe, welche schrecklichen Qualen die Tiere durch die weltweiten Transporte erleiden müssen und dass es Länder gibt, die die Tiere am Fliessband töten, während aus einem Tonband die Basmallah ertönt?!
Das alles ist Haram (Sünde) und Allah sieht alles. Seine Barmherzigkeit, die Erleichterungen der heutigen Zeit gelten allen Geschöpfen, die Er erschaffen hat und die Tiere werden Zeugnis ablegen für unser ignorantes und
grausames Tun. Fleisch, das so gewonnen wurde, mag im hygienischen Sinne halal (erlaubt) sein, im geistigen Sinne ist es verbunden - durch das Leid, das zuvor zugefügt wurde - haram!
(Mitgeteilt von Samar Bern/Schweiz)
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Selamun Aleykum,
Beitrag von Mehmet Nuri Yilmaz - erschienen in der türkischen Zeitschrift "Sabah* am 16.12.99.
KURBANA ELEKTRIK SOKU CAIZ AVRUPA'YA uyum için yapilan bazi çalismalarda tartisma yasanacak. Bunlarin basinda kurban kesimi geliyor. AB standartlarina göre; mezbahada dahi olsa, kesim öncesi hayvan beynine verilen elektrik soku ile bayiltiliyor. Bu yolla hayvanin aci çekmesi en aza iniyor. Ama Islami normlara göre hayvandan kan akitmak gerekiyor. Kurban kaosuna Diyanet Isleri Mehmet Nuri Yilmaz son noktayi koydu. Yilmaz, "Canli olarak kesilmek kaydi ile kurbanlik hayvanin elektrik soku ile bayiltilarak kesilmesi caizdir" dedi.
SOKAK YASAGI
AB'nin bir baska standardi da kesimlerin yine mezbahada ya da çiftlik gibi hijyenik
ortamlarda yapilabilmesi.
Artik eskiden oldugu gibi apartman bosluklarinda, bahçelerde veya bos arsalarda kurban
kesimleri yapilmayacak.
(Etwelche Schreibfehler mögen mir entschuldigt sein)
Übersetzung durch eine türkische Mitbürgerin (nicht amtlich):
Dem Opfertier (Lamm) ist der elektrische Schock zulässig.
Bezüglich der Anpassungen an Europa wird es einige Auseinandersetzungen geben. Nach den europäischen Normen wird vor dem Schlachten ein elektrischer Schock ins Tierhirn gegeben, um das Tier in Ohnmacht zu versetzen. Auf diese Art wird der Schmerz des Tieres vermindert. Aber nach islamischen Normen müsste Blut fliessen. Bezüglich des Lammschlachterei-Chaos hat der Sprecher für Kulturangelegenheiten, Mehmet Nuri Yilmaz, das letzte Wort gesagt: "Lebendig schlachten mit Vergabe von elektrischem Schock in Ohnmacht setzen und dann schlachten wäre möglich"
Strassenverbot:
eine andere Norm in der EU ist, dass die Schlachtung in einem hygienischen Umfeld wie entweder im Schlachthof oder Bauernhof stattfindet. Das Schlachten, wie es früher war - in leeren Wohnungen, Garten oder auf leeren Grundstücken - wird es nicht mehr geben.
(Mitgeteilt von Sylvia Layer, 8400 Winterthur, Schweiz)
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Universität Al-Azhar Kairo, den 25.2.1982 Reg.Nr. 458
Herrn Dr. Nils Gruber
Kulturreferent der Botschaft
Der Bundesrepublik Deutschland
Kairo
Betr.: Die erbetene Stellungnahme zur Frage der Betäubung von Tieren durch elektrischen Schock vor dem Schlachten
Bezug: Schreiben der Botschaft Nr. 511-76 vom 12.1.1982
Friede, Gottes Segen und sein Erbarmen seien mit Ihnen!
Wenn das Tier durch den elektrischen Schock getötet und dann nach seinem Tode geschlachtet wird, ist das Verzehren seines Fleisches nach der Religion verboten, weil es sich in diesem Falle um ein totes Tier handelt.
Wenn aber der elektrische Schock nur zur Betäubung des Tieres führt, dieses aber sofort geschlachtet wird und von ihm Blut herausfließt, ist das Verzehren seines Fleisches erlaubt.
Diese Stellungnahme, die ich entsprechend den Bestimmungen des Islam vertrete, wurde vom Ausschuß für Gutachten bei der Al-Azhar genehmigt; nur Gott weiß es besser!
Mit meinen besten Wünschen und meiner Hochachtung
Friede, Gottes Segen und sein Erbarmen seien mit Ihnen!
Rektor der Al-Azhar-Universität (gez.) Prof. Dr. M. El-Naggar
*****
Nirgendwo ist in den Heiligen Schriften die Betäubung des Tiers durch Elektroschock untersagt, also kann auch nichts dagegen sprechen, mit diesem Mittel dem Tier einen qualvollen Todeskampf zu ersparen. Nun könnte man einwenden, daß ja bei ihrer Abfassung der Elektroschock noch nicht bekannt war und er deshalb auch nicht erwähnt werden konnte. Aber mit Eisenbahn und Computer (um nur zwei Beispiele zu nennen) ist das genauso, und wir benützen sie trotzdem. Bei jeder Neuentwicklung müssen wir der Sinnfrage nachgehen, "Gut" und "Schlecht" abwägen. Das ist auch im Sinne jeder Religion.
Freilich leben viele Menschen ja ohnehin vegetarisch und beziehen ihre Nahrung von biologisch und ökologisch arbeitenden Erzeugern. Aber auch wer Fleischnahrung zu sich nimmt, tut seiner Gesundheit etwas Gutes und erspart den Tieren unnötiges Leid, wenn er darauf achtet, daß sie aus artgerechter Haltung stammen und vor der Tötung zuverlässig betäubt worden sind.
Auf Ihrer Homepage habe ich gelesen, daß die Delphine Ihre Lieblingstiere sind. Es sind wunderbare Geschöpfe; ich liebe sie auch sehr! Und wie viele erleiden immer noch einen grausamen Tod durch die Fischerei mit Treibnetzen, in denen sie sich verfangen. Auch hier ist Hilfe unbedingt nötig, und da scheint sich tatsächlich eine Erlösung in absehbarer Zeit abzuzeichnen. Je mehr Leid wir auch unseren Mitgeschöpfen ersparen, desto größer ist der Gewinn für unsere eigene Bewußtseinsentwicklung. Die oben angeführten Zeugnisse aus dem Islam für die Anwendung der Betäubung durch Elektroschock gehen ja auch in diese Richtung. Sollten wir nicht alle dankbar dafür sein? Ich bin davon überzeugt!
In diesem Sinne mit den besten Grüßen,
Johanna Berger
Liebe Frau Berger,
vielen Dank für Ihre umfangreiche antwort.
Es hat mich auch erfreut das Ihnen meine Hompage gefallen hat.
Ich liebe eigentlich alle Tiere obwohl ich sie auch esse :( jedes Tier birgt mindestens ein geheimnis in sich aus den wir Menschen viel lernen können, außerdem ist jedes einzelne Tier eine in sich perfekte schöpfung Gottes und trägt somit auch seine "Handschrift".
Ich bin auch nicht gegen den Elektroschock kurz vor dem schlachten.
Das Tier muß nicht unbedingt bei vollem bewußtsein sein, sondern es muß noch leben
damit es auch gut ausbluten kann.
So hab ich das auf jeden fall verstanden und das klingt logisch. Wichtig: Das Herz muß
noch richtig pumpen.
Was löst aber ein Elektrischer Schlag alles in einem körper aus? Werden da keine
stoffe freigegeben?
Wie wir wissen werden fast alle funktione und auch Hormone mit elektrischen impulsen
gesteuert.
Ist das Tier danach wirklich in so einem zustand das es nichts mehr merkt?
Was ist mit den Menschen die nach einer Narkose in der OP trotzdem alles gespürt hatten
aber nicht schreien konnten?
Was ist wenn das Tier Herzkammerflimmern bekommt? Bewustsein? Ausbluten?
Warum sterben Menschen an Nieren/Leber versagen, tage nach einem schweren elektrischen
schlag? Gifte?
Wenn es nach mir ginge würde jedes opfertier vor dem Schlachten ein beteubendes Gas
bekommen.
Ich selbst könnte sowieso keines davon auch nur weh tun, also lasse ich den unangenehmen
teil andere tun, hoffe aber auf einen schmerzfreien schnellen tot aber so wie es unser
Gott von uns möchte.
Beste Grüße,
Ayhan Karaca
Lieber Herr Karaca,
vielen Dank für Ihre Mail vom 15. März!
> jedes Tier birgt mindestens ein geheimnis in sich aus den wir Menschen viel lernen
können,
> außerdem ist jedes einzelne Tier eine in sich perfekte schöpfung Gottes und
> trägt somit auch seine "Handschrift",
schreiben Sie. Wie wahr ist das!!! Alles, was lebt, ist im Grunde ein Wunder, so groß, daß wir es mit unserem Verstand nicht fassen können. Wir können nur staunen und in dankbarer Liebe und Verbundenheit wahrnehmen, was in der Schöpfung mit uns lebt.
Ihre Fragen sind sehr interessant, und alles, was ich im Moment dazu weiß, ist das: In Dänemark wurden umfangreiche Versuche mit der Elektroschockbetäubung von Tieren gemacht; die Tiere, die nicht geschlachtet wurden, wachten aus der Betäubung auf und lebten weiter, als wäre nichts gewesen; auch später traten keine Beeinträchtigungen auf. Die anderen, die geschlachtet wurden, wurden genau untersucht, insbesondere auch das Gehirn, das die innere Sekretion steuert (Freigeben von Stoffen); es hatte sich auch da keinerlei Veränderung ergeben.
Während der Betäubung läßt sich das Weiterleben des Tiers am Pulsieren des Blutes (Herzschlag) während des Ausblutens kontrollieren, und dadurch wäre auch ein Herzkammerflimmern erkennbar.
Daß Menschen sich nach einer Narkose an das erinnern konnten, was während der Narkose geschah, davon habe ich auch gehört, weiß aber nichts genaueres darüber. Bestimmt sind das aber nur relativ sehr wenige Fälle, und wenn allen anderen die Narkose hilft, ist es schon ein Gewinn. Und ich weiß nicht, ob man mit Sicherheit sagen kann, daß die wenigen alles so stark gespürt haben, als hätten sie keine Narkose gehabt. Die Betäubung durch ein Gas stelle ich mir schonender vor als die durch Elektroschock, aber ich weiß nicht, ob die chemischen Veränderungen durch das Gas hernach das Fleisch beeinträchtigen.
Weil ich aber jetzt mit ungesicherten Vermutungen keinen Beitrag zur Klärung leisten kann, mir aber sehr an dieser Klärung liegt, hole ich zuverlässige medizinische Auskunft ein. Sobald ich sie habe, melde ich mich wieder! Ich hoffe, es dauert nicht allzu lange - ich bin selber schon darauf gespannt!
Ich danke Ihnen nochmals herzlich für das, was Sie über Ihre Einstellung zu den Tieren geschrieben haben. Es tut einfach gut, zu erleben, wie dieses Bewußtsein vorhanden ist und wächst.
Mit den besten Grüßen,
Johanna Berger
Lieber Herr Karaca,
endlich habe ich die nötigen Unterlagen bekommen, um die versprochene Antwort weitergeben zu können. Es ist ziemlich viel, aber Medizin ist ein kompliziertes Feld, und die guten Mediziner versuchen da keine unzulässigen Vereinfachungen!
Zuerst noch eine Nachricht von aktiven Tierschützern, die sich speziell auch mit der Schmerzvermeidung bei Schlachtungen spezialisiert haben: Gegen eine Elektro-Betäubung haben sie von Tierschutzseite keinen Einwand - so sie mit der notwendigen Stärke und Dauer durchgeführt wird und wenn eine Schlachtung unvermeidbar ist.
Und nun die bio-medizinischen Auskünfte von Dr. med. Hartinger, einem Facharzt für Chirurgie und Unfallchirurgie. Weil er eben auch als Unfall-Chirurg tätig ist, weiß er besonders gut Bescheid über alle Methoden von Schmerzlinderung, deren Wirkungsweise und Folgen (auch wenn es, wie bei Unfällen, schnell gehen muß!). Er hat sich auch intensiv mit der Schmerzvermeidung bei Tieren befaßt und ist daher der beste Ansprechpartner, den ich gewußt habe. Von ihm habe ich das erfahren:
Aus biomedizinischer Sicht sollten die Begriffe 'Ohnmacht', 'Schock' oder 'Kreislauf-Kollaps' nicht mit dem Begriff 'Bewußtlosigkeit' verwechselt werden. Bei ihrer funktionellen Entstehung und bei ihrer Symptomatik oder den Folgen haben sie kaum Gemeinsamkeiten.
Eine 'Ohnmacht' oder 'Kollaps' entsteht durch Blutdruck-Abfall aus den verschiedensten - auch emotionalen - Gründen oder durch Blutverlust. Der Betroffene ist dann nicht mehr ansprechbar, registriert aber mehr oder weniger noch die äußeren Umstände, ist NICHT schmerzunempfindlich und hat danach oft auch ein recht gutes Erinnerungsvermögen an das Erlebte.
Die 'Bewußtlosigkeit' entsteht durch ein Trauma des Kopfes und führt zur sofortigen Schmerz-Unempfindlichkeit. Die Herz- und Kreislauffunktion ist unverändert gut und auch der Blutdruck nicht wesentlich gestört. An die Ereignisse während der Bewußtlosigkeit kann man sich nicht erinnern, sehr oft auch nicht an die vorangegangenen, die Bewußtlosigkeit auslösenden Schädigungen.
Die Dauer der Bewußtlosigkeit hängt von der Schwere des Schädeltraumas ab und ist unterschiedlich lang. Der Kollaps wird durch Wiederherstellung des Blutdruckes oder Auffüllung des Kreislaufes mit Flüssigkeit kurzfristig beendet.
Wenn sich Patienten NACH der Operation an alles erinnern, aber keine Äußerungen machen konnten, ist das meist ein Fehler der Narkose insofern, daß zu wenig Basis-Narkotikum gegeben wurde und die Ruhigstellung des Patienten überwiegend durch 'Relaxierung' erzielt wurde, durch eine medikamentöse Erschlaffung der Muskulatur.
Genaue Messungen und wissenschaftliche Untersuchungen haben schon lange unzweifelhaft ergeben, daß das Schlachttier weder beim betäubungslosen Schächten noch bei vorheriger Betäubung vollständig 'ausblutet', wie behauptet wird. In den Organen, den Gefäßen, den Geweben und in der gesamten Muskulatur verbleibt IMMER ungefähr 1/3 bis 1/4 der Gesamt-Blutmenge, wobei die Menge dieses Restblutes bei betäubungslos geschächteten Tieren sogar noch etwas größer ist! [Anmerkung: Siehe unten (*)]
Die Funktionen eines Organismus werden nicht im eigentlichen Sinn durch 'elektrische Impulse' gesteuert sondern durch Hormone, die nach Menge und Zeit von der Hypophyse gesteuert werden (Hirn-Anhangsdrüse). Im Organismus entstehen schon bioelektrische Potentialschwankungen; sie sind im Gewebe des Körpers im Mikrovolt-Bereich erfaßbar und werden vorwiegend von Bewegungsunterschieden verursacht. Die Ströme sind nicht Ursache, sondern Folge von so entstandenen Potentialschwankungen im Gewebe. Beim EEG und beim EKG wird dies in Kurvenbildern erfaßt: beim EEG die Hirnströme (sie enden zeitgleich mit dem Tod des Lebewesens), beim EKG diejenigen, die durch die Potentialschwankungen des Herzmuskel-Gewebes entstehen. Ergänzend ist hier zu bemerken, daß im Zentrum des Herzens sich ein neurologischer Gewebeknoten befindet, der seine Befehle über Nervenbahnen ins Herz sendet und so die Muskelkontraktion bewirkt. Genaue Einzelheiten über Entstehung und Art dieser Steuerbefehle sind noch nicht geklärt. In der EKG-Kurve werden die Potentialschwankungen registriert, aber nicht deren Ursache. Anlaß der Potentialschwankungen ist nicht ein von außen kommender elektrischer Impuls'. Experimentell kann man elektrische Erregbarkeitsprüfungen an Muskeln und Organen vornehmen (Faraday'sche Erregbarkeit), aber das ist nicht der im Organismus von sich aus ablaufende Vorgang.
Das Sterben durch Leber-Nieren-Versagen - oder auch durch Multi-Organ-Versagen - ist nicht UNMITTELBAR auf elektrische Schläge zurückzuführen, sondern auf später resultierende ungenügende Organfunktionen, die (meist) zu einer Vergiftung führen. (Mangeldurchblutung).
In Dänemark wurden umfangreiche Versuche mit Elektroschockbetäubung gemacht, ohne die Tiere zu schlachten. Sie wachten aus der Betäubung auf; es hatte sich an ihnen keinerlei Veränderung ergeben. Bei Tieren, die in vollständig betäubtem Zustand geschlachtet werden, ist das Pulsieren des Blutes sicherer Beweis, daß das Tier nicht schon tot ist. Auch nach dem Tod haben genaue Untersuchungen des Gehirns und anderer Organe gezeigt, daß der Elektroschock keinerlei Veränderungen bewirkt hatte.
Die Versuche mit Elektroschock-Betäubung wurden nicht nur in Dänemark gemacht, sondern waren Gegenstand eingehender Untersuchungen auch in Deutschland. Dabei wurde jedesmal festgestellt, daß dadurch KEINE GEWEBSSCHÄDIGUNGEN verursacht werden. Es tritt nur eine sofortige Bewußtlosigkeit ein, die den Schächtvorgang für das Tier schmerzlos macht.
Es ist richtig, daß bei dieser Bewußtlosigkeit das Herz unverändert arbeitet, bis die größte Menge des Blutes ausgetreten ist und das Gehirn nicht mehr ausreichend damit versorgt wird. Um dies hinauszuziehen, wird das Tier an den Hinterläufen aufgehängt.
Die Betäubung mit Gas oder Narkotika irgendwelcher Art ist nicht zu empfehlen, da die Reste im Organismus bleiben, wegen des eingetretenen Todes nicht abgebaut werden und mit der Nahrung den Verbraucher schädigen.
Es ist NICHT zutreffend, daß Religionen das betäubungslose Schächten 'religiös-dogmatisch' vorschreiben. Weder im Alten Testament, noch im Talmud oder im Koran ist dies vorgeschrieben oder auch nur empfohlen. Das ist eine unbelegbare Behauptung orthodoxer Kreise. Eigentlich ist nur Gewohnheit der Grund dafür, aber kein religiöser Inhalt.
(*) Nach Erhalt der Informationen hatte ich noch ein zweites Mal angefragt, wegen einer Erklärung für die Tatsache, daß die Menge des im Organismus verbleibenden Restblutes bei betäubungslos geschächteten Tieren sogar größer ist als bei vorher betäubten (siehe oben). Dr. Hartinger hat mir geantwortet, daß die Gründe dafür zwar nicht ganz geklärt sind. Sie dürften aber nach heutiger Kenntnislage darin zu suchen sein, daß großer Schmerz zu Muskelverspannungen bzw. -verkrampfungen führt, durch die das Blut stärker im Gewebe festgehalten wird. Wenn wir Menschen Schmerz oder Stress erleben (er muß oft gar nicht sehr groß sein!), neigen wir auch zu Muskelverspannungen (Nacken, Kiefer: "Zähne zusammenbeißen").
Lieber Herr Karaca, ich hoffe, ich habe ein bißchen mithelfen können bei unserem gemeinsamen Anliegen. Ich bitte Sie noch herzlich, diese Untersuchungsergebnisse an andere weiterzugeben, wo immer eine Chance besteht, daß dadurch den Mitgeschöpfen vermeidbares Leid erspart wird. Daß die vorherige Betäubung sogar den Restblutgehalt im Organismus VERMINDERT, habe ich vorher nicht gewußt. Das Ergebnis ist aber dann sogar in BESSERER Übereinstimmung mit dem Gebot des Ausblutens vor dem Tod, als wenn man die Betäubung unterläßt. Ich stelle mir vor, daß dies bei vielen die Zustimmung zur Betäubung bewirken könnte, die sie bisher abgelehnt hatten.
Wenn Sie mithelfen wollen, dieses Bewußtsein möglichst weit zu verbreiten, danke ich Ihnen im Voraus herzlichst!
Mit den besten Grüßen,
Johanna Berger