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Heiliger Krieg

Ist es einem Christen erlaubt zu töten? Das 5. Gebot besagt doch: "Du sollst nicht töten!" Trotzdem zogen christliche Krieger im Namen Gottes ins Heilige Land, um es mit Feuer und Schwert zu erobern.

Christliche Denker des 4. und 5. Jahrhunderts, vor allem der Heilige Augustinus, verfassten Schriften über die Theorie eines Heiligen Krieges, auf die sich die Kirche im Mittelalter stützte. Diese Theorie besagte, dass Gewalt nicht schlecht oder unchristlich sei, sondern moralisch neutral zu bewerten sei. Gewalt bekäme ihre moralische Bewertung von der Absicht, in der sie geführt werde. Der Zweck heilige die Mittel.

 

Der 1. Kreuzzug (1096-1099)

Schon Papst Gregor VII hatte versucht, die in Palästina lebenden Christen von ihrer andersgläubigen Umgebung zu befreien. Dies scheiterte jedoch an den Kämpfen des Papstes gegen Heinrich IV, die seine ganze Zeit beanspruchten.
1071 besiegten die Seldschuken (türkischer Volksstamm) den byzantinischen Kaiser Alexios Komnenos bei Manzikert entscheidend. Danach eroberten sie Nicaea und Smyrna, Palästina, Jerusalem (1076 von den Ägyptern), Antiochia (1085). Um der türkischen Macht zu widerstehen, bat Alexios den Papst um militärischen Beistand. Im Jahre 1095 erhielt Urban II. die Nachricht und rief auf der Synode von Clermont in einer flammenden Rede zum Kreuzzug gegen die Heiden in Palästina auf. Er versprach die Vergebung der Sünden und die Aussicht auf das ewige Leben den Kreuzfahrern, die unter dem Zeichen des Kreuzes im heiligen Land das Leben lassen sollten.
Der Aufruf des Papstes hatte weitreichende Folgen.
Eine Große Anzahl von Rittern schloß sich zusammen, um in den heiligen Krieg gegen die Seldschuken zu ziehen. Unter ihnen befanden sich Gottfried von Boullion, sein Bruder Balduin von Boulogne, Rainmund von Toulouse, der Normanne Bohemund und dessen Neffe Tancred. Sie und ihr Gefolge zogen in Europa getrennt los und vereinigten sich in Konstantinopel (das heutige Istanbul) und nahmen am Kampf teil, der erstmals als "heiliger Krieg" gegen die Feinde Christi aufgefasst wurde.
Kaiser Alexios erkannte schnell , daß dies nicht die Söldnertruppe war, um die er gebeten hatte, sondern daß dieses zusammengewürfelte Heer seinem Staat sehr gefährlich werden konnte. Deshalb gab er ihnen sofort Kampfaufträge gegen die Seldschuken um sie von seiner Hauptstadt fernzuhalten. Die Kreuzfahrer nahmen zuerst Nicaea, Dorylaeon und Antiocha ein, wandten sich dann gen Süden Richtung Jerusalem. 1099 standen sie vor den Toren der heiligen Stadt. Die von den Strapazen der langen Reise und von verlustreichen Kämpfen gezeichneten Ritter begannen mit dem Bau von Belagerungsmaschinen und der sorgfältigen Planung einer schwierige Belagerung nachdem ihr erster Abgriff im Pfeilhagel der Verteidiger ein jähes Ende fand.
Nach Gottesdiensten und Passionen wagten sie den Angriff. Es gelang ihnen eine Bresche in den Mauerring zu schlagen und in die Stadt einzudringen. In Jerusalem richteten die Kreuzfahrer ein entsetzliches Blutbad an. Mit einem Gemetzel ohnegleichen  war der Tempel mit blutüberströmten Leichen übersät.
Nachdem Jerusalem erobert war, wurde das Königreich Jerusalem gegründet. Der erste König sollte Gottfried von Boullion sein. Er lehnte diesen Titel jedoch ab und nannte sich stattdessen "Beschützer des Heiligen Grabes".
Viele Ritter aber strebten nach persönlichem Ruhm und Land zu gewinnen.
So hatten sich Bohemund und Tancred sowie Balduin schon bald vom Hauptteil der Kreuzritter getrennt.
Bohemund errichtete in Antiochia eine eigene Herrschaft und eroberte Gebiete des chrislichen Kaisers in Byzanz.
Balduin wurde von Thoros, einem chrislichen Armenier, um Hilfe für Edessa gebeten. Darauf zog er dorthin und riß die Herrschaft an sich.

Kreuzfahrerstaaten
Die Kreuzfahrerstaaten im Nahen Osten

 

Der 2. Kreuzzug (1147-1149)

Streitigkeiten zwischen Joscelin von Edessa und Raimon von Poitiers nutzte Sultan Atabeg, zur Belagerung von Edessa aus, die sich dann 1144 als erfolgreich erwies. Dieser vernichtende Schlag für die fränkische Streitmacht konnten Atabegs Söhne Saif-et Din Ghazi und Nur ad-Din mit weiteren Eroberungen noch vergrößern. Diese Ereignisse erregten das Abendland zutiefst. Papst Eugen III. rief unverzüglich zu einem neuen Kreuzzug auf. 1146 erklären sich französische Ritterscharen dazu bereit, ihr Kreuz auf sich zu nehmen. Am Ende des Jahres folgte ihnen der deutsche König Konrad III..
Im Jahre 1147 setzten sich die Heere gefolgt von waffenlosen Massen in Bewegung. Als sie durch das byzantinische Reich kamen, plünderten die Deutschen die Provinzen. Dagegen hielten sich die Franzosen ein wenig zurück. In Kleinasien angekommen, schlugen die Kreuzfahrer die weisen Ratschläge des Kaisers und seiner Ratgeber in den Wind und ließen sich in Gefechte mit den Türken verwickeln. Dies bezahlten sie mit schweren Verlusten, so daß nur ein Bruchteil des französischen und klägliche Reste des deutschen Heeres Antiochia und Akko erreichten. Ein weiterer schwerer Fehler war der Beschluß, Damaskus anzugreifen, der die einzige muslimische Macht, die den Franken wohlgesonnen und ein Feind Nur ad-Dins war. Angesichts dieser Bedrohung, verbündete sich Damaskus mit Atabeg.
Im Jahre 1149 marschierten also die Streitkräfte der Kreuzfahrer und des Königreiches gegen die große syrische Stadt. Unter den Anführern herrschte Zwietracht, es wurde ungeschickt manövriert und nur kleine Scharmützel gewagt. Der nach wenigen Tagen unternommenen Rückzug endete in einer Katastrophe. Die unglaublichen Torheiten der Kreuzfahrer hatten aus ihrem Heereszug ein so tragisches wie kroteskes Abenteuer gemacht. Es vernichtete im ganzen Orient, was das abendländische christliche Europa sich noch an Prestige bewahrt hatte.

Der 3. Kreuzzug (1189-1192)

Im Jahre 1187 konnte Sultan Saladin am 2. Oktober nach vierzehntägiger Belagerung Jerusalem zurückerobern. Sultan Saladin wollte nicht wie die Christen handeln. Die Christen konnten sich freikaufen. Zehn Dinare kostete ein Mann, 5 Dinare eine Frau und 1 Dinar ein Kind. Sultan Saladin wies uns an, mit der Bevölkerung nicht brutal zu sein. Obwohl niemand zu einem Kreuzzug aufrief, bildete sich aufgrund der Eroberung Jerusalems (1187) und fast aller Besitzungen im Orient durch Sultan Saladin, in Europa ein neuer Kreuzzug. Kaiser Friedrich Barbarossa, der englische König Richard I. Löwenherz und Philipp-August von Frankreich hefteten sich das Kreuz an.
Der König von Jerusalem, Guido von Lusignan, der bei Hattin gefangengenommen, von Sultan Saladin aber freigelassen worden war, belagerte Akko seit 1189, mit einer für ihn überaschenden Einsicht und Entschlossenheit, mit den wenigen ihm verbliebenen Truppen. Er erhielt Beistand von pisanischen, genuesischen, venezianischen, dänischen, flämischen und friesischen Schiffen und von Rittern aus Nordfrankreich, die übers Meer herangekommen waren. Inzwischen hatte das deutsche Heer trotz anfänglichen Widerstrebens des byzantinischen Kaisers Isaak Angelos Osteuropa und den größeren Teil Kleinasiens durchzogen. Da ertrank der Kaiser am10. Juni 1190 im Saleph, und es stellte sich heraus, daß der Zusammenhalt des Heeres allein auf seiner persönlichen Autorität beruht hatte; seine Truppen lösten sich auf, und nur ein geringer Bruchteil fand sich bereit, an der Belagerung von Akko teilzunehmen; gleichzeitig brandeten heftige Kämpfe gegen Sultan Saladin und sein Heer, die die Festung zu entsetzen suchten. Im April 1191 traf endlich der König von Frankreich ein und im Juni zu guter Letzt der englische König, beide zu Schiff. Diese Todfeinde waren in Sizilien aufgehalten worden; Richard hatte Cypern dem Usurpator Isaak Dukas Komnenos abgenommen, der sich dort zum Basileus aufgeworfen hatte. Nun konnten die Operationen energisch vorangetrieben werden, und trotz aller Anstrengungen Saladins kapitulierte die Festung am 12. Juli 1191.

Ein arabischer Zeitgenosse Saladins erzählt seinen Enkeln von der Zeit der ersten drei Kreuzzüge und von seinen persönlichen Erlebnissen als Teilnehmer an den Feldzügen Sultan Saladins

"Am nächstenTag griffen die Franken noch aggressiver an. Sie untergruben sogar die Mauern und legten Feuer in den Stollen, so dass ein Teil der Festung einstürzte. Akkon fiel! Nach vier Jahren war die Stadt wieder in christlicher Hand. Ein Vertrag wurde geschlossen. Die Muslime sollten den Franken die Stadt übergeben, einschliesslich der ganzen Ausrüstung. Ausserdem sollten wir 200.000 Dinar zahlen und 500 einfache und 100 vornehme Gefangene zurücklassen.
Ich war einer dieser Gefangenen. Nach mehreren Wochen wurden wir gefesselt zu einer Ebene östlich von Akkon gebracht. Plötzlich stürzten sich die Franken mit ihren Schwertern auf uns. Keiner meiner Gefährten hatte überlebt, aber ich schaffte es, schwerverletzt zu fliehen. Irgendwie kam ich in das Lager
Sultan Saladins, und als ich dort nach einigen Tagen wieder aufwachte, erfuhr ich, dass Sultan Saladin aus Schmerz und Hass einen erneuten Gegenangriff gestartet hatte. "

Schon am 2. August schiffte sich der französische König wieder nach Frankreich ein, ließ aber Truppen zurück. Richard dagegen setzte den Feldzug gegen Sultan Saladin bis 1192 fort. Es gelang ihm, den größeren Teil der Küste zurückzuerobern, aber außer diesem Küstenstreifen und einigem Gebiet im Hinterland blieben die überseeischen Besitzungen einschließlich Jerusalems in den Händen der Muslime. Eine 1192 zwischen Richard und Sultan Saladin abgeschlossene Konvention garantierte den Christen freien Zugang zu den Heiligen Stätten. Aber dem Rest des Königreiches Jerusalem, das in Wirklichkeit ein Königreich Akkon geworden war, fehlte ein König. Seit dem Tode Sibyllens waren die Rechte Guidos von Lusignan umstritten. Im Jahre 1192 vermählte sich Isabella, die jüngere Schwester Amalrichs I. und Sibyllens und Witwe Konrads von Montferrat, mit dem Grafen der Champagne; er wurde als Heinrich I. König von Jerusalem. Guido hatte von Richard Löwenherz die Insel Cypern erhalten. 1194 folgte ihm sein Bruder Amalrich auf den Thron; er erreichte von Kaiser Heinrich VI. und Papst Coelestin III. die Nachricht, daß seine Lehnsherrschaft zum Königreich erhoben wurde. Da König Heinrich I. im selben Jahr starb, wurde der König von Cypern als Amalrich II. auch König von Jerusalem. Der gefürchtete und zugleich ritterliche Gegner der Christen, der große Sultan Saladin, war 1193 in Damaskus gestorben.
Die Reste des lateinischen Orients vermochten noch geraume Zeit, den italienischen Handelsrepubliken ihre Warenlager in der Levante und die Kontrolle im östlichen Mittelmeer zu erhalten: das einzige positive Resultat des Dritten Kreuzzuges.

Der 4. Kreuzzug (1202-1204)

Kurz nach seinem Amtsantritt ruft Papst Innozenz III. im August 1198 zum Kreuzzug auf. Der Kreuzzug sollte wie der erste Kreuzzug ein Unternehmen der Kirche sein. Wie Urban II. demonstrierte Papst Innozenz damit seinen weltlichen Fürungsanspruch. Gesandte des Papstes reisen mit Blankovollmachten nach Venedig, um über die Anmietung von Schiffen zu verhandeln. Es kommt zu einer Einigung mit dem Doge Heinrich von Dandolo. Entgegen öffentlicher Erklärung soll der Kreuzzug nicht nach Palästina, sondern nach Kairo gehen. Es wurde mit 30.000 Kreuzfahrern gerechnet, tatsächlich kamen höchstens 10.000. Beim Kassensturz stellen die Anführer fest, daß sie zahlungsunfähig sind. Der Doge Dandolo ist bereit, die Schulden zu stunden. Bedingung: Die Kreuzfahrer sollen für Venedig Zara erobern. Zara, das früher zu Venedig gehörte, war vor Jahren von Venedig abgefallen und unterstand jetzt dem König von Ungarn. Dandolo (90jährig und blind) wird zum Führer des Kreuzzuges ausgerufen. Trotz Bedenken der Kirche müssen sich die Kreuzfahrer an ihre Verpflichtung halten. So wird die christliche Stadt Zara durch Kreuzritter geplündert und unter den Kreuzfahrern und Venezianern geteilt. Der Papst reagiert darauf mit der Exkommunition des Kreuzheers. Er läßt sich aber von einer Delegation beschwichtigen und erteilt allen Pilgern die Absolution. Da Ägypten ein wichtiger Handelspartner von Venedig ist, ist der Doge an einem Angriff der Kreuzfahrer auf Kairo nicht interesiert. Durch eine List (die Verzögerung der Weiterreise hat knappe Vorräte zur Folge) gelingt es Dandolo den Kreuzug nach Konstantinopel (dem heutigen Istanbul) umzuleiten. Als Angriffsgrund wird ein Erbschaftsstreit um den Titel des byzantinischen Kaisers angegeben. Außerdem erzählt er von dem immensen Reichtum der damaligen größten Stadt der Welt. Er hat die Kreuzfahrer jetzt ganz unter seiner Kontrolle. So wird die Stadt belagert und am 5. Juli 1203 kommt es zum ersten Angriff auf Konstantinopel. Aber erst im April 1204 gelingt es, die Stadt zu erobern. Die Stadt wurde völlig geplündert, die meisten Schätze davon sind heute im Markusdom in Vendig ausgestellt. Am 16. Mai 1204 wird Balduin von Flandern zum ersten Kaiser des lateinsichen Kaiserreiches von Konstantinopel gekrönt.

 

Der 5. Kreuzzug

Zu einem friedlichen Unternehmen wurde der 5. Kreuzzug 1228/29 mit dem es Kaiser Friedrich II. ohne militärische Auseinandersetzungen gelang, die christlichen Pilgerstätten zurückgewinnen, wenn auch nur für einem Zeitraum von 15 Jahren. Dabei sah es gar nicht danach aus:
Der erneute Kreuzzug war sehr eng mit der Vormachtstellung in Italien verbunden. Da der Kaiser Friedrich II seine Macht in Italien stärkt, fühlte sich das Papsttum bedroht. Der Papst Honorius möchte seine Macht durch einen Kreuzzug vergrößern. Im Vertrag von San Germano erklärt sich Friedrich bereit im August 1227 zum Kreuzzug aufzubrechen, wenn nicht drohte ihm eine hohe Geldstrafe sowie Kirchenbann. 1225 erwirbt Kaiser Friedrich II durch eine Heirat mit Yolanthe von Brienne, der legitimen Erbin des Königreichs Jerusalem, den Königstitel. Als das Kreuzheer aufbricht, erkrankt Friedrich an Malaria und geht von Bord, um sich auszukurieren. Papst Gregor IX, der Nachfolger von Honorius, hält die Krankheit für einen Vorwand und exkommuniziert den Kaiser ohne Zögern. Jetzt wurde Jerusalem zu einer Spielfigur im Machtkampf. der Papst untersagt Friedrich, die Kreuzfahrt ohne Absolution anzutreten. Die Kirche hatte Jerusalem verklärt, ein Kaiser, der es erobern würde, hätte seinen Anspruch auf die Weltherrschaft damit gerechtfertigt. Friedrich will das ausnützen und folgt 1228 seinem Heer nach Akkon und erhält deshalb vom Papst einen zweiten Bannfluch. In Akkon wird der Kaiser begeistert empfangen, aber die Templer, die Johanniter, der Patriach, und der Klerus verweigern dem Kaiser jede Unterstützung. So hat er nicht genügend Streitkräfte um Jerusalem militärisch einzunehmen. Doch 1229 gelingt es Friedrich II, obwohl ihm,durch die Exkommunikation, die nötige Unterstützung fehlt, durch Verhandlungen mit dem innergeschwächten al-Kamil Jerusalem, Jaffa, Nazareth, Bethlehem und ein Teil Galiläas dem Königreich Jerusalem wieder anzugliedern.
Obwohl Friedrich Jerusalem nach jahrzehntelangem Kampf zurückerobert hatte brach der Klerus nicht in Jubel aus. Im Gegenteil inzwischen rückten päpstliche Truppen gegen Friedrichs Gebiete in Süditalien vor, was ihn zur Rückkehr zwang. Nachdem er die Eindringlinge wieder verjagt hat und von der Bevölkerung als Befreier Jerusalems verherrlicht wird, sieht sich der Papst im Mai 1230 gezwungen, den Bann aufzuheben.

Der 6. Kreuzzug

Nach vierjähriger Vorbereitung startet 1248 der Kreuzzug von Ludwig IX. Die Truppen überwintern auf Zypern. Ziel der Kreuzfahrer ist erneut Ägypten. Im Juni 1249 gelingt es dem Franzosen Damiette einzunehmen. Die Kolonisierung Ägyptens scheitert allerdings, weil sich die Vorgänge des Jahres 1221 wiederholen. Das fränzösische Expeditionskorps gerät mit König Ludwig im April 1250 in Gefangenschaft. Als Lösegeld muß er in Zahlung von den Steuereinnahmen von 2 Jahren sowie die Räumung von Damiette einwilligen.
Nachdem er die Befestigung von Akkon, Jaffa und Caesarea ausbauen läßt, geht im 1254 das Geld aus und Ludwig nach Frankreich zurück.

Der 7. Kreuzzug

Der 7. und letzte Kreuzzug hat eine nur eine kurze Geschichte. Führer dieses Kreuzzuges war erneut Ludwig. Nachdem der 6. Kreuzzug fehl schlug und Ludwig 1254 ein Teil seiner Truppen zurückläßt, werden diese im Krieg zwischen Venedig und Genua verwickelt. In diesem zwischen 1256-70 immer wieder ausbrechenden Krieg werden die Kreuzfahrer zum Teil auch gegeneinander ausgespielt. Erst durch die Intervention im Jahre 1270 von Ludwig kann der Krieg beendet werden. Danach läßt Ludwig seine Truppen sammeln um zu einem erneuten Kreuzzug aufzubrechen. Das Ziel der Kreuzfahrer ist Tunis. Ludwig will Tunis erobern um die Stadt als Truppenstützpunkt im Krieg gegen die Ägypter zu benützen. Während der Belagerung von Tunis bricht jedoch im Lager die Beulenpest aus und eines der ersten Opfer ist der Führer des Kreuzzuges: Ludwig IX. Mit Ludwig stirbt auch der letzte Kreuzzug und die letzte Kreuzzugsbegeisterung in Europa. Damit ist auch das gesamte Unternehmen Kreuzzug gestorben und die letzten Kreuzfahrerstützpunkte werden bald nach und nach angegriffen ohne eine nennenswerte Unterstützung aus Europa zu bekommen. 1291 wird die Kreuzfahrer Hochburg Akkon belagert und am 18. Mai gestürmt. Die verbleibenden Städte und Festungen werden kampflos geräumt. Die Kreuzfahrerstaaten Syrien und Palästina existieren nicht mehr. Knapp 200 Jahre Krieg im und um das Heilige Land haben ein Ende.

Burg
Krak des Chevaliers ist eine der bekanntesten Kreuzfahrerburgen.
Sie wurde 1271 von den Mamelucken erobert.

 

Der Ägyptenkreuzzug (1218-1221)

Auf dem Laterankonzil im November 1215 bereitet Papst Innozenz einen Kreuzzug unter der Führung der Kirche vor. Das Konzil in Rom hatte verfügt, die Kreuzfahrer sollen sich Juni 1217 in Brindisi und Messina einfinden. Im Sommer 1216 stirbt Papst Innozenz. Sein Nachfolger Honorius III. ließ die Kreuzpredigt fortsetzen. Nach anfänglichen Problemen mit der Schiffsüberfahrt, treffen im April 1218 Kreuzfahrer mit einer Flotte in Akron ein. Nun ist es möglich, einer Anregung des Laterankonzil zu folgen und Ägypten anzugreifen. Im Mai beginnt die Belagerung von Damiette, der zweitgrößten Hafenstadt Ägyptens. Im Frühjahr 1219 wird ein langjähriges Waffenstillstandangebot (bei Abzug aus Ägypten Zusicherung für Jerusalem und Palästina sowie eine bedeutende Geldsumme) von al-Kamil, dem Verwalter der Provinz Ägypten, von den Kreuzfahrern abgelehnt. Im November 1219 muß sich die ausgehungerte Bevölkerung von Damiette ergeben und wird versklavt. Ohne Verstärkung ist eine Fortsetzung des Kreuzzuges nicht vorstellbar. Doch diese läßt auf sich warten. Gegen den Willen von König Johann marschiert das Kreuzheer am 17. Juli 1221 am Nil entlang auf Kairo zu und beziehen bei Mansura Lager. Dort werden sie im August von den Ägyptern eingekreist und müssen sich ergeben. Bedingung der Kapitulation ist die Räumung von Damiette für den freien Abzug der Kreuzfahrer. Gleichzeitig wird ein 8-jähriger Friedensvertrag geschlossen. Damit ist der 5. Kreuzzug zu Ende und die Rückgewinnung von Jerusalem verspielt.

 

Der Kinderkreuzzug


„Doch Jesus sagte: Lasst die Kinder zu mir kommen; hindert sie nicht daran! Denn Menschen wie ihnen gehört das Himmelreich“ (Mt 19,14)

Die Kirche ruft auch nach dem Kreuzzug gegen Byzanz weiter zur Befreiung der heiligen Stätten in Jerusalem auf. Der Appell richtet sich nicht an Kaiser und König, sondern an das Volk. Die Folgen dieses Aufrufes sind verheerend. Dem Ruf des Kreuzes folgen vorallem Jugendliche. Ein Chronist schreibt dazu:

"1212. Zur selben Zeit wurde eine alberne Heerfahrt unternommen von Kindern und törichten Leuten, die ohne einige Überlegung das Zeichen des Kreuzes annahmen, mehr aus Vorwitz als ihres Heiles wegen. Es zogen Kinder beiderlei Geschlechts, Knaben und Mädchen, nicht nur Kleinere, sondern auch Erwachsene, Verheiratete und Jungfrauen mit leerem Geldsack sowohl durch ganz Deutschland als auch durch Teile von Gallien und Burgund. Und von Eltern und Freunden ließen sie sich in keiner Weise abhalten, mit allem Eifer diese Heerfahrt zu machen, so sehr, daß sie hier und dort in Dörfern und auf dem Felde mit Zurücklassung ihres Arbeitsgerätes und dessen, was sie gerade unter den Händen hatten, den Vorüberziehenden sich anschlossen. Und da wir so Ungewöhnlichem oft gerne unsern Glauben schenken, so meinten viele, dies geschehe nicht aus Leichtsinn, sondern auf göttliche Eingebung und aus einer gewissen Frömmigkeit, weshalb sie ihnen auch auf eigene Kosten Lebensmittel und was sie nötig hatten, darreichten. Da aber kein Unternehmen, das unvernünftiger- rund unüberlegterweise begonnen wird, gut endet, so verbreitete und zerstreute sich diese törichte Menge, in Italien angekommen, in größere und kleinere Städte, viele wurden aufgegriffen und in die Sklaverei verkauft. Denn zu der Zeit gab es noch Leibeigenschaft in Europa.  Andere sollen ans Meer gekommen sein, wo sie von den Schiffern und Seeleuten getäuscht und nach entlegenen Weltgegenden übergefahren und benutzt wurden. Die übrigen gelangten nach Rom; aber als sie sahen, daß sie keinen Erfolg haben konnten, erkannten sie endlich ihre Bemühungen als albern und vergeblich, wurden aber vom Kreuzgelübde durchaus nicht losgesprochen, mit Ausnahme der Knaben, welche die Jahre der Einsicht noch nicht erreicht hatten, und jener, die das Alter niederbeugte. Also getäuscht und verwirrt, traten sie den Rückweg an, und die, welche vorher in Scharen und Streithaufen und immer unter Absingung des Celeuma1 (Gesang, den die Seeleute bei günstiger Fahrt anstimmen) die Lande zu durchziehen pflegten, kehrten jetzt einzeln und im stillen, barfuß und hungernd zurück und wurden allen zum Gelächter."

 

Die Eroberung Jerusalems
während des Ersten Kreuzzuges, September 1099.


Wilhelm von Tyrus
von E. und R. Kausler.
Gottfried von Bouillon, Herzog von Niederlothringen (1089-1100), und sein Bruder Graf Balduin von Flandern drangen am 15. September 1099 beim Nordtor (St. Stephanstor) in die Stadt Jerusalem ein, mit ihnen der normännische Fürst Tankred aus Süditalien, Neffe Bohemunds von Tarent, und viele andere namhafte Führer des Kreuzfahrerheeres.
Hier lassen wir den Autor selbst erzählen.

Sofort durchzogen der Herzog und die Seinen in geschlossenen Gliedern, die Schwerter zückend und mit Schildern und Helmen gedeckt, die Straßen und Plätze der Stadt; alle Feinde, die sie finden konnten, streckten sie mit der Schärfe des Schwertes nieder, ohne auf Alter oder Rang Rücksicht zu nehmen. Und es lagen überall so viele Erschlagene und solche Haufen abgehauener Köpfe umher, daß man keinen andern Weg oder Durchgang mehr finden konnte als über Leichen. Und unsere Fürsten waren mit einer unermeßlichen Menge \Volkes, das, ohnedies mordlustig, nach dem Blute der Ungläubigen (anderstgläubige) besonders dürstete, auf verschiedenen Wegen, Unzählige niedermetzelnd, schon beinahe bis zur Mitte der Stadt gelangt, als der Graf von Toulouse (1) und die übrigen Fürsten, die bei ihm waren, noch immer den Streit am Berge Zion fortsetzten und nichts davon wußten, daß die Stadt erobert und der Sieg in den Händen der Unsern sei. Endlich machten das furchtbare Getöse und das große Geschrei, welches sich von dem Eindringen der Unsern und dem Niedermetzeln der Feinde erhob, die Stadtbewohner, welche hier Widerstand leisteten, aufmerksam. Sie fragten sich verwundert, was das ungewöhnliche Geschrei und der Tumult des lärmenden Volkes zu bedeuten habe, und erfuhren nun, daß unser Heer bereits in der Stadt sei, worauf sie die Türme und die Mauer verließen und sich nach verschiedenen Orten flüchteten, um ihr Leben zu retten. Da die Stadtburg in der Nähe stand, begaben sie sich größtenteils dorthin; nun drang das Heer über die Brücke, die es ohne Schwierigkeiten nach der Mauer hinüberlegen konnte, und auf Leitern um die Wette in die Stadt, wo niemand mehr Widerstand leistete. Sobald diese Leute in der Stadt waren, öffneten sie das Südtor, das ihnen zunächst lag, damit das übrige Volk ohne Schwierigkeit hereinkommen könne. Es drangen also in die Stadt der hervorragende und entschlossene Graf von Tonbuse, Isoard Graf von Die', Raimund und Pelet, Wilhelm von Sabran, der Bischof von Albara und viele andere Edle, deren Namen und Anzahl uns nicht überliefert worden sind. Diese alle zogen einmütig, bis an die Zähne bewaffnet, in geschlossenen Gliedern durch die Stadt und richteten ein furchtbares Blutbad an. Diejenigen Feinde, welche dem Herzog und den Seinen entkommen waren und dem Tod entfliehen zu können meinten, wenn sie sich nach andern Seiten der Stadt wendeten, fielen nun diesen in die Hände und gerieten so aus den Strudeln der Charybdis in die der Scylla. Es wurden aber in der Stadt so viele Feinde erschlagen und so viel Blut vergossen, daß die Sieger selber mit Ekel und Schrecken erfüllt werden mußten.
Der größte Teil der Bevölkerung hatte sich nach dem Tempelhof geflüchtet, weil dieser in einem entfernten Teil der Stadt lag, auch mit einer Mauer, mit Türmen und starken Toren verwahrt war. Diese Flucht brachte den Leuten wahrlich keine Rettung; denn sogleich begab sich Herr Tankred mit dem größten Teil des Heeres dorthin. Er brach mit Gewalt in den Tempel ein und machte Unzählige nieder. Er soll auch eine unermeßliche Menge von Gold, Silber und Edelsteinen weggenommen, nachher jedoch, als das Getümmel sich gelegt hatte, alles an den alten Platz zurückgebracht haben. Sofort gingen auch die übrigen Fürsten, nachdem sie niedergemacht hatten, was ihnen in den andern Stadtteilen unter die Hände gekommen war, nach dem Tempel, hinter dessen Einfriedigung sich die Bevölkerung, wie sie gehört, geflüchtet hatte. Sie drangen mit einer Menge von Reitern und Fußgängern hinein und stießen, was sie dort fanden, mit den Schwertern nieder, ohne jemanden zu schonen, und erfüllten alles mit Blut. Es geschah sicherlich nach gerechtem Urteil Gottes, daß die, welche das Heiligtum des Herrn mit ihren abergläubischen Gebräuchen entweiht und dem gläubigen Volk entzogen hatten, es mit ihrem eigenen Blut reinigen und den Frevel mit ihrem Tode sühnen mußten. Im Tempelbezirk sollen an die zehntausend Feinde umgekommen sein, wobei also die, welche da und dort in der Stadt niedergemacht wurden und deren Leichen in den Straßen und auf den Plätzen umherlagen, noch nicht gerechnet sind, denn ihre Zahl soll nicht geringer gewesen sein. Der übrige Teil des Heeres zerstreute sich in der Stadt, zog diejenigen, welche sich in engen und verborgenen Gassen versteckt hatten, um dem Tode zu entrinnen, wie das Vieh hervor und stieß sie nieder. Andere taten sich in Scharen zusammen und gingen in die Häuser, wo sie die Familienväter mit Frauen und Kindern und dem ganzen Gesindel herausrissen und entweder mit Schwertern durchbohrten oder von den Dächern herabstürzten, daß sie den Hals brachen
Nachdem die Stadt völlig erobert war, trafen die Führer des Kreuzfahrerheeres die nötigen Sicherungsmaßnahmen. Jetzt, da der Kampf mit der Vernichtung der Garnison geendet hatte, zeigten sich die schonungslosen Kämpfer als fromme und demütige Christen, deren Inneres tief ergriffen war vom Erlebnis der Eroberung des heiligen Jerusalem.
Als endlich auf diese Weise die Ordnung in der Stadt hergestellt war, legten sie die Waffen nieder, wuschen sich die Hände, zogen reine Kleider an und gingen dann demütigen und zerknirschten Herzens, unter Seufzen und Weinen, mit bloßen Füßen, an den ehrwürdigen Orten umher, welche der Erlöser durch seine Gegenwart heiligen und verherrlichen mochte, und küßten sie in größter Andacht. Bei der Kirche zu dem Leiden und der Auferstehung des Herrn kamen ihnen sodann das gläubige Volk der Stadt und der Klerus, welche beide seit so vielen Jahren ein unverschuldetes Joch getragen hatten, voll Dankes gegen ihren Erlöser, der ihnen wieder die Freiheit geschenkt, entgegen und geleiteten sie unter Lobliedern und geistlichen Gesängen nach der vorgenannten Kirche.

1 Raimund IV. von St. Gilles, Graf von Toulouse (1088 - 1105).

 

Jerusalem
Die Eroberung von Jerusalem 1099

 

Die Türken

970

Seldschuken werden zu Moslems

1326

Bursa wird Hauptstadt der Osmanen

1055

Seldschuken erobern Bagdad

1385

Sofia von Osmanen eingenommen

1064

Seldschuken erobern armenische Hauptstadt und überfallen byzantinisches Gebiet

1389

Osmanen besiegen die Serben

1071

Seldschuken besiegen Byzantiner bei Manzikert

1402

Osmanen werden vorübergehend von Mongolen besiegt.

1288

Osman wird Führer der "Osmanischen" Türken, die byzantinisches Reichsgebiet erobern

1453

Osmanen unter Mohammed II

Seldschuken:
Türkischen Nomaden aus dem östlichen Mittelasien, werden erstmals im 6. Jahrhundert unter dem chinesischen T'u Kue erwähnt. Im 10. Jahrhundert bekannten sie sich zu dem Islam; danach zog ein Stamm unter Führung von Seldschuk westwärts und erreichte 1055 Bagdad. Zu dieser Zeit war der dortige Kalif der oberste islamische Herrscher. Ihm unterstellte Sultane regierten die verschiedenen Länder, und der Kalif hoffte auf ihre Unterstützung. Jedoch mit Hilfe der Sultans würde und dank herrvoragender Führungseigenschaften gewannen die seldschuken bald die Herrschaft über einen Großteil des Vorderen Orients.
Danach wandten sich die Seldschuken gegen das oströmische Reich und gründeten nach der Vernichtung des byzantinischen Heeres das Sultanat von Rum in Anatolien.Trotz häufiger Grenzkriege bauten sie ein blühndes Staatswesen auf , erhöhten die Erträge von Landwirtschaft und Bergbau und verstärkten den Handel mit Europa unter Mithilfe italienischer Kaufleute.

Die Ausbreitung der Seldschuken
Die Ausbreitung der Seldschuken

 

Die Osmanen:
Um die Mitte des 13. Jahrhunderts verwüsteten die Mongolen aus Mittelasien den Vorderen Orient und Anatolien. Nach kriegerischen Jahrzehnten entwickelte sich ein neuer mächtiger Staat, regiert von osmanischen Türken unter ihrem ersten großen Führer Osman I. Im Kampf gegen das christliche Byzanz eroberten sie weite Teile des Balkans, und mit Hilfe christlicher Söldner aus den Balkanländern berherrschten sie bald auch fast ganz Anatolien. Nur Konstantinopel mit seinem Umland blieb der letzte christliche Außenposten in diesem islamischen Reich, aber 1453 wird auch dieser erobert. Die Stadt blieb verschont, und die meisten Menschen behielten ihren christlichen Glauben.
Bald erstreckte sich das Reich der Osmanen von Algerien entlang der Südküste des Mittelmeers bis zum Sudan und Irak. Vom Balkan aus stießen die Türken bis weit nach Ungarn vor. Die Herrsachaft über ein so großes Gebiet war nur durch eine perfekte Verwaltung möglich: ein Netz von Haupt- und Nebenstellen des Verwaltungsapparates erstreckte sich bis in die Dörfer. Der Handel mit Europa und dem Osten brachte Reichtum. Vor allem aber hielt die religiöse Praxis des Islam, der für alle Lebensbereiche richtungsweisend war, das Osmanische Reich zusammen.

Das osmanische Reich
Das osmanische Reich

Die Folgen der Kreuzzüge


 

Was sind die Auswirkungen der Kreuzüge?

Dadurch daß die Truppen jedesmal in den Orient transportiert wurden und das viel Geld kostete, erlebten die Seestädte in Italien, z.B. Pisa, Genua, Venedig und die Inseln mit ihren Flotten, einen großen Aufschwung.

Nun verstärkte sich der Handel mit dem Orient, und die Geldwirtschaft blühte. Außerdem brachte man zum Teil auch die orientalische Lebensweise zurück. So stieg der Lebensstandard enorm, und die Nachfrage nach orientalischen Waren war groß. Auch Einflüsse auf die Baukunst, Schmuck, Textilien, Gewürze und Teppiche kamen zu uns. Das kulturelle Niveau stieg hoch.

Leider hat die Kirche sehr an Glaubwürdigkeit verloren, da sie den Glauben ausgenutzt hat zur Eroberung von Land, welches sie dann auf Dauer doch nicht halten konnte. Besonders das Desaster des 2. Kreuzzuges. zu dem Bernhard von Claivaux aufgerufen hatte, ließ viele an den Prophezeiungen der Kirche und den Versprechen zweifeln.

Byzanz blieb dauerhaft geschwächt und erlag 1453 dem Ansturm der Osmanen, die ganz Osteuropa und weite Teile des Nahen Ostens und Nordafrikas erobern konnten.
 

Die Menschliche Opferzahl wird auf insgesamt 22 Millionen geschätzt. (Der Papst hat sich später dafür Entschuldigt)

Statistik


Eine Buch Empfehlung:

Amin Maalouf:
Der Heilige Krieg der Barbaren – Die Kreuzzüge aus der Sicht der Araber

Inhalt:

„Als Kaiser Rotbart lobesam
Zum heiligen Krieg gezogen kam...“

Was Ludwig Uhland dem deutschen Leser von 1814 mit schwäbischem Biedersinn als frommes, ehrenwertes Unternehmen verkauft, war für die heimgesuchten Moslems eine barbarische Invasion. Anhand zeitgenössischer arabischer Chroniken und Berichte schildert das vorliegende Buch des preisgekrönten Romanciers und Sachbuchautors Amin Maalouf die Kreuzzüge erstmals systematisch aus der Sicht der „anderen Seite“.

Nach seinem Anschlag auf Papst Johannes Paul II. im Jahre 1981 erklärte der türkische Attentäter Mahmet Ali Agea, er habe „den Obersten Kriegsherrn der Kreuzritter töten“ wollen – ein Eingeständnis, das einmal mehr offenbart, welch nachhaltiges Trauma die Kreuzzüge, auch mit einem Abstand von fast tausend Jahren, im kollektiven Gedächtnis der muslimischen Welt hinterlassen haben. Die Fassungslosigkeit und das Entsetzen einer hochzivilisierten Gesellschaft angesichts der „barbarischen Invasoren“ aus dem Abendland, die auch vor kannibalistischen Exzessen nicht zurückschreckten, spiegelt sich in nahezu allen arabischen Chroniken und Berichten aus der Zeit zwischen 1096 und 1291 wider. Dem libanesischen Autor Amin Maalouf kommt das Verdienst zu, diese Dokumente endlich auch einem breiteren westlichen Publikum zugänglich zu machen. Seine Darstellung der Kreuzzüge, die hier zum erstenmal Mal systematisch aus der Sicht des „anderen Lagers“ geschildert werden, wirkt um so überzeugender, als Maalouf nicht mit dem missionarischen Anspruch eines religiösen Eiferers auftritt, sondern seinen Gegenstand konsequent vom säkularisierten Standpunkt des Historikers aus behandelt. Sein Buch eröffnet uns einen neuen Blick auf jenen ersten entscheidenden Bruch in den Beziehungen zwischen Europa und dem Orient, dessen Auswirkungen bis heute zu spüren sind.

„Das sorgfältig recherchierte und höchst lesenswerte Buch von Maalouf macht die Ursachen für den jahrhundertelangen Konflikt zwischen Christentum und Islam auf überzeugende Weise deutlich.“
Tariq Ali in The Guardian

Autor:

Der 1949 in Beirut geborene Journalist und Romancier Amin Maalouf lebt seit 1976 in Paris. Auf deutsch liegen u.a. seine Romane Leo Africanus, Samarkand und Der Mann aus Mesopotamien vor. Für sein Buch Der Felsen des Tanios erhielt er 1993 den Prix Goncourt.

Diederichs – ISBN: 3-424-01250-0

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Die Kreuzzüge (4 Teile)

  Teil.1.-.Pilger.in.Waffen 338,85 MB
  Teil.2.-.Jerusalem 363,91 MB
  Teil.3.-.Heiliger.Krieg 336,97 MB
  Teil.4.-.Zerstörung 360,66 MB
 

Video: DivX 5.05, ~900 kbps, 25 fps, 512x384
Audio: MP3, 56 kbps, Stereo, 22.05 kHz, CBR