Im Lichte der Offenbarung:
Zur Bündnisfähigkeit
der Muslime
Immer wieder werden wir überrascht, wie selbstverständlich Verteidigungsbündnisse zwischen Regierungen islamischer Länder und westlicher Mächte geschlossen werden; der türkisch-israelische Verteidigungspakt bzw. die Militärverträge der USA mit Staaten der Golfregion sind aktuelle Beispiele dafür. Auch auf individueller Ebene rühmen sich Muslime vielerorts, vor allem in Europa ihrer sehr engen Kontakte zu nichtmuslimischen Kreisen und Institutionen, die dem Islam als Lebenssystem jedoch nicht gerade freundlich gesinnt sind. Interreligiöse bzw. interkulturelle Dialoge stehen zusehends an der Tagesordnung. Muslime nehmen oftmals in guter Absicht daran teil, treten den Gesprächspartnern mit großer Herzlichkeit gegenüber, fühlen sich jedoch durch den vorgegebenen Gesprächsverlauf förmlich genötigt, fundamentale islamische Positionen aufzugeben.
Im Folgenden wird anhand eindeutiger Qur'ânverse aufgezeigt, welchen grundsätzlichen Standpunkt Muslime gegenüber Nichtmuslimen vor allem Juden und Christen, wenn sie Unlauteres gegen den Islam im Schilde führen - einzunehmen haben.
In kommenden Explizit-Ausgaben werden in shâ' Allah Detailaspekte dieses Themas, wie bilaterale Bündnisse und Militärpakte aus islamischer Sicht genauer unter die Lupe genommen.
Allah (swt) sagt in Sure at-Tauba, Vers 57:
"O die ihr glaubt, nehmt euch nicht diejenigen zu Freunden, die mit euerem Dîn Spott und Scherz treiben von denjenigen, denen vor euch die Schrift gegeben wurde und den Ungläubigen und fürchtet Allah, wenn ihr gläubig seit!"
1. In seinem Tafsîr, kommentiert Imam Ibn Katîr diese Âya folgendermaßen:
"Diese (Âya) ist eine Aufforderung Allahs die Feinde des Islam und der Muslime, seien es Schriftbesitzer (Juden und Christen) oder Murikûn (Götzendiener), nicht zu Freunden zu nehmen, denn sie verspotten die besten Handlungen der Muslime bzw. machen sich mit ihrer korrupten Meinung und ihrem engstirnigen Denken über die reinen und festen Gesetze des Islams lustig! Daher fürchtet Allah und macht nicht diese Feinde gegen euch und euren Dîn zu Freunden, wenn ihr an die arîca Allahs glaubt, die von diesen verspottet wird!"
In einer ähnlichen Âya in Sure Âli cImrân, Vers 28 heißt es:
"Die Gläubigen sollen nicht die Ungläubigen statt der Gläubigen zu Freunden nehmen; und wer solches tut, der findet von Allah in nichts Hilfe es sein denn, ihr schützt euch damit vor ihnen. Doch Allah ermahnt euch, vor Ihm auf der Hut zu sein, denn bei Allah ruht der Ausgang aller Dinge."
2. Imam a-awkânîin seinem Tafsîr "Fath al-Qadîr" kommentiert die Âya folgendermaßen:
"Es handelt sich dabei um das Verbot, diejenigen, welche den Dîn Allahs verspotten und sich über ihn lustig machen, seien es Schriftbesitzer, Murikûn oder diejenigen, die im Glauben neues hervorbringen (ahl al-Bidac), zu Freunden zu machen!"
3. In seinem berühmten Tafsîr (Erläuterung) "al-Gâmic li-ahkâm al-Qur'ân", schreibt Imam al-Qurtubî übereinstimmend mit den Auslegungen Ibn Katîrs und a-awkânîs:
"Allah hat es (den Muslimen) verboten die Juden und Murikûn zu Freunden zu machen. Er hat klar gemacht, daß diese beiden Gruppen den Dîn der Mu'minîn (Gläubige) verspotten und ihn lächerlich machen. In anderen Worten ihr dürft nicht die Murikûn und die Munâfiqûn (Heuchler) zu Freunden machen. Und alle Murikûn sind Kuffâr (Ungläubige)".
In zahlreichen anderen Âyât warnt Allah die Muslime die Kuffâr statt Muslimen zu Freunden zu machen:
"Die Gläubigen sollen nicht die Ungläubigen statt der Gläubigen zu Freunden nehmen; und wer solches tut, der findet von Allah in nichts Hilfe es sein denn, ihr schützt euch damit vor ihnen. Doch Allah ermahnt euch, vor Ihm auf der Hut zu sein, denn bei Allah ruht der Ausgang aller Dinge." (Sure Âli-cImrân, Vers 28)
"O die ihr glaubt! Nehmt euch nicht die Juden und die Christen zu Freunden. Sie sind nur untereinander befreundet. Und wer von euch sich ihnen zuwendet, der gehört wahrlich zu ihnen. Wahrlich, Allah leitet nicht ein Volk das Unrecht tut." (Sure al-Mâ'ida, Vers 51)
Halten sich die Muslime an diese Befehle heutzutage oder versuchen sie sie zu umgehen durch falsche Interpretation der Bedeutung? Christlich-islamische Dialoge sind auf der Tagesordnung im Westen wie im Osten.
Die Herrscher der Muslime, nehmen Israel und die USA zu Freunden, während sie ihr eigenes Volk mit Feuer und Schwert wie in Algerien, der Türkei oder Ägypten bekämpfen.
Nur im Lichte des Begreifens dieser Verse, können die Muslime die Identitäts- und Zugehörigkeitskrise überwinden und ihre Weltanschauung nach den Kriterien der Offenbarung richten.